Was, wenn sich beide Alternativen falsch anfühlen?
Viele Hochschulen ringen aktuell damit, ob sie die Nutzung von KI (stark) reglementieren oder doch weitgehend freigeben sollen. Immer wieder höre ich, dass sich beides falsch anfühlt.
Warum ist diese Entscheidung so schwierig? Hochschulen erleben aufgrund von KI eine neue Dimension von unklarem Kontext.
Schaut man etwa darauf, welche Qualifikationen es denn zukünftig noch brauchen, und welche Jobprofile es noch geben wird, so sind bereits jetzt ganze Teile von Studiengängen in Frage gestellt. Wie soll man sich anpassen, wenn das Ziel komplett unklar ist? Und was kann man trotzdem tun, außer einfach untätig zu sein oder in Aktionismus zu verfallen?
Denn auch ein radikales Szenario steht im Raum: KI könnte bis zur Infragestellung der Institution Hochschule führen.
Es geht also darum jene Ansatzpunkte zu finden, an denen man unmittelbar Wirkung und Lernen erzeugen kann, die helfen Erfahrungen zu sammeln, um so Schritt für Schritt Klarheit zu bekommen. Aus meiner Erfahrung als ehemaliger Studiengangsleiter ist meine Einschätzung, dass diese Hebel mehr, aber nicht ausschließlich, auf der Mikro- als auf der Makro-Ebene liegen.
In meiner eigenen Lehrveranstaltung erprobe ich bereits, wie man Wissensaufbau schützt, ohne KI auszusperren.