10x mehr Experimente machen

Ein Geschäftsführer eines Familienbetriebs, Mittelstand, erzählt, dass er einen Produktionsleiter sucht. Sie haben 150 Bewerbungen erhalten, 120 davon erfüllen die Kriterien. Eine Schwemme freigesetzter oder wechselwilliger Fachkräfte. 119 mit Qualifikation bleiben auf der Strecke.

Der HR-Leiter eines anderen Unternehmens berichtet, dass sie mittlerweile immer Überqualifizierte einstellen, denn sie bekommen zum gleichen Preis den nächsthöheren Level an Qualifikation.

Es ist sehr viel Potential am Markt. Und gleichzeitig gibt es Einstellungsstopps, Routineaufgaben werden an KI ausgelagert, man hört Klagen über Fachkräftemangel. Aber man will auch nochmal 10% einsparen. Shareholder Value, und so.

Peter Senge hat zwei Merkmale hervorgehoben, die für eine lernende Organisation elementar sind: Slack und Redundancy. Freiraum um Dinge zu hinterfragen, um Neues zu probieren. Redundancy, damit man sich auch mal freispielen kann, ohne dass das System kollabiert. 

Und was passiert gerade? 

Die Organisationen könnten auf einen Berg an verfügbarem Talent zugreifen, machen den Berg aber täglich größer und schauen ihm dann beim Verrotten zu.

Was wäre, wenn man in den Organisationen anstatt nochmal 10% Einsparung anzustreben viele Experimente wagen würde? Die Devise sollte lauten plus 10x so viele Experimente, nicht nochmal minus 10% Kosten. Neue Muster erkunden, dabei Erfahrene und Juniors zusammenbringen, ein Spielfeld für Neues schaffen. Mit Mut für Slack und Redundancy eintreten. Das Potential ist da. Die Leute sind da. 

Die Frage ist nicht, ob wir es uns leisten können. Die Frage ist, ob wir es uns leisten können, es nicht zu tun.