cross chevron-down chevron-up chevron-right arrow-down
Dr. Stephan Berchtold

Zuhören, verstehen, wertschätzen, sortieren, neu kombinieren, irritieren und initiieren.

Immer mit dem Ziel, eine positive Entwicklung für Mensch und
Organisation zu unterstützen,
und eine kreative Transformation zu ermöglichen.

Mein Weg zum Umgang mit Veränderungen

Nach meinem BWL-Studium an der WU Wien habe ich nahtlos die Seiten gewechselt und eine Stelle als Univ. Assistent angenommen. Und bald wurde mir zusätzlich zu meinen eigentlichen Aufgaben das Projekt "Aufbau der Instituts-EDV" übertragen. Diese war, bis auf ein paar Einzelplatzrechner, so gut wie nicht vorhanden. Jung und voller Tatendrang habe ich losgelegt und so gleich manchen Missstand aufgedeckt, manchmal natürlich auch sehr kritisisch. Nicht immer bin ich dabei auf offene Ohren gestossen.

Erst einige Zeit später wurde mir bewusst, dass meine Kritik am System von meinen Kollegen immer auch als persönliche Kritik aufgefasst werden konnte. Und vielfach auch wurde. Aber warum war das so? Ich wollte doch nur das System auf den Stand der Zeit bringen und allen ein produktiveres Arbeiten ermöglichen.

Nun, jede/r Einzelne hatte durch sein Verhalten, das aus individueller Sicht vorteilhaft war, das System im Status Quo gehalten, und damit dazu beigetragen, dass alles so blieb wie es war. Somit war alles vorhersehbar, man kannte sich aus, es war nicht mit Überraschungen zu rechnen. Als nun meine Vorschläge und Maßnahmen zur Veränderung auftauchten, war das eine Irritation, manchmal sogar eine Bedrohung.

Aber das war mir in dem Moment nicht bewusst. Und trotzdem war es eine wichtige Erfahrung, die mich im Verlauf der letzten 20 Jahre zu einem "Betriebswirt auf Abwegen" gemacht hat. Mir wurde immer klarer, dass es neben der klassischen Lehre von strukturierter Planung, der Steuerung über Zahlen und dem einfachen Ursache-Wirkungsdenken noch etwas anderes geben muss. Aber bis es soweit war, gab es viel zu lernen. Und das Lernen wird nie vorbei sein.

Über die Arbeit mit dem Excellence Modell der EFQM (samt Mitarbeit in einer Steuerungsgruppe der EFQM zu higher education) und die Beschäftigung mit Benchmarking kam ich für einen Forschungsaufenthalt in die USA. Dort bin ich eines Tages über das damals neue Werk von Peter Senge gestolpert. Die "Fifth Discipline" hat für mein Verständnis von Veränderung die entscheidende Wende gebracht. Meine Auseinandersetzung mit systemischen Ansätzen in der Beratung begann, und sie prägt mich bis heute. Mit einem anderen Blick auf eine Organisation, und die Menschen, welche für die Organisation arbeiten, kann man auch andere Ansätze für Veränderung erkennen.

Was ich bald lernen durfte, ja musste, ist, dass es, um bei der Gestaltung von Veränderung wirksam zu werden, mitunter sehr wertvoll ist, im Beraterteam zu arbeiten. Damit können ganz andere Impulse für Veränderung gesetzt werden. Daher arbeite ich je nach Auftrag und Ausgangslage mit verschiedenen hochqualifizierten Kolleginnen und Kollegen zusammen. Denn im Tandem, manchmal sogar im Team, kann man in einer Organisation ganz andere Impulse auslösen, als dies im Alleingang möglich wäre.


Immer wieder wird mir die Frage gestellt, was denn ein Berater eigentlich macht. Nun, da gibt es sehr unterschiedliche Antworten, je nachdem welchen Beratungsansatz jemand pflegt. Hier möchte ich kurz skizzieren, was meine Arbeit ausmacht: Kurzgefasst geht es in meiner Arbeit darum Kommunikation in den Organisationen so zu gestalten, dass fortlaufend Klärungen (zu Sinn, Werten, Strategie, Zielen, Konflikten, etc.) ermöglicht werden . Gelingende Kommunikation schafft die Basis - und die fortlaufende Rahmenbedingung - für kreative Transformation.

  • In der Vielzahl von Ideen eine Orientierung geben und eine Struktur anbieten.
  • Neues oder Unklares in Worte fassen, und so helfen eine gemeinsame Sprache zu finden.
  • Irritieren und Spiegeln, um ein Nachdenken anzuregen.
  • Durch gezieltes Nachfragen mehr Klarheit schaffen und Präzisieren der Aussagen - nicht mit der erstbesten Erklärung zufrieden sein.
  • Gespräche zwischen Führungskräften (und deren Mitarbeitern) ermöglichen, die bislang kaum möglich sind.
  • Die Führungskräfte zu neuem Handeln befähigen – und sie dabei unterstützen, um als Führungsteam handlungsfähig zu werden.
  • Impulse geben, um die Entwicklung der Führungskraft bzw. des Führungsteams zu unterstützen.
  • Rollen klären und sie (er)lebbar machen.
  • Unterschwelliges wird beachtet und Unausgesprochenem wird Raum verschafft.
  • (Konfliktäre) Muster werden aufgezeigt und auf ihre Funktion analysiert. Damit können sie verstanden und bei Bedarf verändert werden.
  • Dynamische Designs für Entwicklungsprozesse entwickeln: Die Designs müssen so offen sein, dass mit Unerwartetem gut umgegangen werden kann.
  • Bei Bedarf werden immer auch fachliche Inputs angeboten, etwa in Form von passenden Modellen und Konzepten.
  • Dort wo es Mehrwert stiftet oder aufgrund der Komplexität notwendig ist, arbeite ich im Beraterteam, denn 1 + 1 ist mehr als 2, und 1 + 1 + 1 ist auch viel mehr als 3.


Kurzprofil Dr. Stephan Berchtold

  • Studium Betriebswirtschaftslehre, Dissertation zu Organisationsentwicklung

  • Seit über 20 Jahren als Berater und Moderator in der Begleitung von Transformationsprozessen, Führung(skräfteentwicklung), Strategie, Organisationsentwicklung tätig

  • Umfangreiche systemische Ausbildungen

  • Zertifizierter Design Thinking Coach (D-School) seit 2015

  • Zertifizierter Trainer für das Process Communication Model PCM seit 2011

  • Ausbildung zum Aufstellungsleiter für Familien- und Organisationsaufstellungen

  • Forschungsaufenthalte in den USA zu Total Quality Management und Organisationalem Lernen

  • Arbeit mit profit und not-for-profit Organisationen in verschiedensten Branchen

  • Mehrere Jahre Leiter des Bachelor-Studiengangs BWL an der Universität Liechtenstein

  • Seit über 20 Jahren Lehrtätigkeiten an verschiedenen Hochschulen